Umsonst
und
Draußen
2022
Anfang April entdeckte ich zufällig einen Aufruf des bekannten U&D-Festivals in Würzburg — sie suchten Dokumentarfotografen. Das „Umsonst und Draußen" gilt als Institution seit 1988: zwei Bühnen, nationale und internationale Künstler, ein Basar, Kunstaktionen — und rund 80.000 Besucher, die keinen Cent Eintritt zahlen. Was das möglich macht, wollte ich festhalten.
Der Aufbau
Während Besucher vier Tage erleben, beginnen die Vorbereitungen deutlich früher. Eine Woche vor dem Event startet die intensive Phase: Die Mainwiesen werden gesperrt, Container-Büros als Zentrale aufgebaut, und Maschinen schaffen Material für Bühnen, Catering und Sanitärbereiche heran. Ein großes Material- und Werkzeuglager wird errichtet, während externe Dienstleister und engagierte Mitarbeitende zusammenkommen.
Und dann kam die Hitze
Nach Jahren mit Regen und Überschwemmungen beim U&D bescherten 34 °C den Besuchern ein echtes Sommer-Festival. Das Organisationsteam schuf spontan Kühlungsoasen: Wasserschläuche wurden zu Duschen umfunktioniert, Rasensprenger aufgestellt, Schattenplätze geschaffen. Die Künstler lieferten Top-Performances und verteilten Wasser im Publikum.
Möglichmacher
Das Festival funktioniert nur durch sein vielfältiges Team aus Jung und Alt mit unterschiedlichen Hintergründen — Getränkeverkauf, Bändchenverkauf, Backstage, Lager, Festivalbüro. Entgegen Erwartungen erfolgt die Arbeit nicht ehrenamtlich, sondern fair bezahlt mit umfassendem Mitarbeiterschutz. Das Organisationsteam erfasst korrekt die Arbeitszeiten und bietet ein eigenes Awareness-Team als Ansprechpartner.
Raum für Kulturgestalter
Das Leitprinzip „Von Würzburg für Würzburg" treibt das Organisationsteam an. Das Festival soll vielseitig sein und Vielseitigkeit präsentieren — es bietet Raum für Soziokulturen, Vereine, Gruppen und Bewegungen. Ein besonderes Detail: Eine Gebärdensprachdolmetscherin begleitet das gesamte Bühnenprogramm.